Das Orchester der Hansestadt
Die Philharmoniker Hamburg prägen den Klang der Hansestadt seit über 180 Jahren. Heute spielt das Orchester neben den Philharmonischen Konzerten in der Laeiszhalle fast alle Opern- und Ballettabende in der Hamburgischen Staatsoper.
9. November 1828
In Hamburg wird die Philharmonische Gesellschaft, ein »Verein zur Aufführung von Winterkonzerten«, gegründet. Unter Leitung von Friedrich Wilhelm Grund wird die Gesellschaft im 19. Jahrhundert zu einem Treffpunkt bedeutender Künstler wie z. B. Clara Schumann, Franz Liszt, Hans von Bülow und Johannes Brahms.
1889
Peter I. Tschaikowsky kommt nach Hamburg zur deutschen Erstaufführung seiner Fünften Sinfonie, die er dem Vorstand der Philharmonischen Gesellschaft widmet.
1896
Gründung des »Vereins Hamburgischer Musikfreunde« mit dem Ziel, durch private wie staatliche Unterstützung die Mittel für ein saisonunabhängiges, ständiges Hamburger Sinfonieorchester zu schaffen. Der Verein erhält hierfür die Unterstützung des
Hamburger Senats.
Hamburger Senats.
1904
Max Fiedler wird Leiter des Orchesters. Auf sein Bestreben hält die Moderne Einzug in die Programme. Fiedler gelingt es auch, renommierte Solisten zu engagieren, wie zum Beispiel Artur Schnabel oder die Geiger Pablo de Sarasate, Fritz Kreisler und Mischa Elman.
1905
Gustav Mahler dirigiert die Hamburgische Erstaufführung seiner Fünften Sinfonie.
1908
Die neuerbaute Musikhalle wird mit einem Festkonzert des Philharmonischen Staatsorchesters eingeweiht.
1922
Mit dem Dirigenten Karl Muck beginnt eine neue Epoche der Philharmonie. Herausragende Ereignisse sind das Beethoven-Fest (1927) sowie das erste Auftreten des Pianisten Walter Gieseking und des 12jährigen Yehudi Menuhin. Sergej Prokofjew und Igor Strawinsky gastieren am Pult der Philharmonie.
1934
Die damaligen Machthaber vereinigen das Philharmonische und das Stadttheater-Orchester zu einem Klangkörper, der den Namen »Philharmonisches Staatsorchester« erhält und gleichermaßen für die Oper wie für die Philharmonischen Konzerte zuständig ist.
1951
Joseph Keilberth wird als Nachfolger von Eugen Jochum Hamburgischer Generalmusikdirektor.
1961-1979
Als Chefdirigenten des Philharmonischen Staatsorchesters amtieren Wolfgang Sawallisch (1961-1973), Horst Stein (1973-1976) und Aldo Ceccato (1976-1982).
1984
Hans Zender wird Generalmusikdirektor der Oper und der Philharmonie. Unter seiner Leitung werden zahlreiche Auftragswerke, u. a. von Nono und Kagel, uraufgeführt.
1988
Der neue Generalmusikdirektor heißt Gerd Albrecht. Unter seiner Leitung baut das Philharmonische Staatsorchester sein Repertoire weiter aus; insbesondere die in der Nazi-Zeit verfemten Komponisten werden nun stärker berücksichtigt.
1990
Gemeinsam mit dem Hamburg Ballett fährt das Philharmonische Staatsorchester auf einer zweiwöchigen Tournee nach Moskau und nach Leningrad.
1992
Die Hamburgische Staatsoper gibt mit dem Philharmonischen Staatsorchester ein Gesamtgastspiel in Barcelona (»Tannhäuser«, »Gurre-Lieder«).
1994/95
Höhepunkt der Spielzeit ist die Uraufführung des Oratoriums »Hagadah shel Pessach« von Paul Dessau im Rahmen des Musikfestes Hamburg. Das Orchester gibt mit der Hamburgischen Staatsoper ein Gastspiel in Israel (»Belsazar«, »Le Nozze di Figaro«).
1996
Mit den Produktionen »Così fan tutte«, »Rigoletto«, »Tannhäuser« und dem Deutschen Requiem von Brahms findet ein Gesamtgastspiel von Staatsoper und Philharmonie in Japan statt.
1997
Ingo Metzmacher übernimmt als Generalmusikdirektor die Leitung des Philharmonischen Staatsorchesters. Die Programmdramaturgie der Philharmonischen Konzerte stellt in jeder Saison die Musik eines Landes in den Mittelpunkt.
1998/99
Das Orchester absolviert erfolgreiche Gastspielreisen durch Spanien, Deutschland und Österreich.
1999/2000
In der Struktur des Konzertangebots werden neue Weichen gestellt. Zum Jahreswechsel 2000 wird die traditionelle Aufführung von Beethovens IX. Sinfonie ersetzt durch ein ebenso unterhaltsames wie abwechslungsreiches Konzert unter dem Titel »Who Is Afraid Of 20th Century Music?«.
2002/2003
Erfolgreiche Europatournee des Orchester nach Brüssel, Frankfurt , Metz, Thessaloniki, Athen, München und Wien.
2003/2004
Das Orchester gastiert beim Lucerne Festival sowie abermals beim Beethovenfest in Bonn. Im August 2004 feiern die Philharmoniker einen großen Triumph bei den Proms in London.
2005/06 bis heute
Im August 2005 wird die australische Dirigentin Simone Young neue Generalmusikdirektorin des Orchesters. Unter ihrer Leitung gibt es neben Musik moderner Komponisten wie Olivier Messiaen, Tan Dun oder Matthias Pintscher auch große Werke des klassisch-romantischen Repertoires zu hören. Eine Serie mit Urfassungen von Bruckner-Sinfonien ist inzwischen mit großem Erfolg auf CD dokumentiert. Für das Publikum der Hansestadt sind die Philharmoniker Hamburg darüber hinaus bei zahlreichen offiziellen Auftritten und Festakten präsent. Am 8. September 2008 wurden Simone Young und die Philharmoniker Hamburg mit dem Brahms-Preis der Brahms-Gesellschaft Schleswig-Holstein ausgezeichnet.

