(...) Mit den gut aufgelegten, vom früheren Konzertmeister Anton Barachovsky brilliant geführten Streichern, schwelgte die Dirgentin etwas in der schärmerisch-schwülen Sinnlichkeit von Schönbergs "Verklärter Nacht". (...) Die stetige Steigerung des Programms kulminierte schließlich in Karol Szymanowskis selten aufgeführter Sinfonie von 1916 mit dem mottogebenden Untertitel "Das Lied der Nacht"; geschrieben auf persische Verse aus dem Mitelalter. Hier war das üppige Philharmoniker-Aufgebot nun um den ganzen Brünner Chor und den strahlkräftigen dänischen Tenor Stig Andersen bis in orgiastische Dimensionen hinein erweitert: ein mächtiger Klangkörper, der die expressive Ekstase anders als bei Schönberg zielstrebig ansteuerte und auch etwas länger im Rausch verweilte. Simone Young kostete die grell gleißende Farbpracht des polnischen Klangzauberers Szymanowski genüsslich aus und führte den Spannungsbogen zu einem fulminanten Finale.

