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Rafael Frühbeck de Burgos ist ein Kapellmeister der alten Schule. Was braucht so einer eine Partitur, wenn er die Musik des Konzertprogramms vom ersten bis zum letzten Takt in soundsovielen Systemen im Kopf hat? Dass er das Entree zum 4. Philharmonischen Konzert besser kennen würde als jeder andere, war zu erwarten, schließlich schrieb der 76 Jahre alte Dirigent einst selbst die Orchesterfassung von Isaac Albéniz' "Fünf Sätzen aus der Suite española".
Unter seiner leidenschaftlich-grandseigneuralen Leitung zeichneten die
Philharmoniker die vielfältigen Stimmungen, Töne und Zwischentöne dieser nach
spanischen Städten oder Regionen benannten Charakterstücke erfreulich homogen
und klangschön. In "Sevilla" knackten die Kastagnetten, in "Asturias" erkannte
der Doors-Fan die Matrix zu "Spanish Caravan" wieder. Die verträumten
Nachtklänge von "Granada" manövrierten die Musik manchmal nah an die Untiefen
des Schnulzigen. Aber was wäre ein Porträt Spaniens schon wert ganz ohne Pomade?
Nach der Pause gab Frühbeck de Burgos den Cicerone bei einem musikalischen
Stadtrundgang zu Roms gefällig plätschernden, aufrauschenden, sprühenden und
sprudelnden Fontänen; auf die "Fontane di Roma" von Ottorino Respighi folgte
noch seine kleine römische Pinienkunde "Pini di Roma" - effektvolle, bisweilen
gravitätische Programmmusik für großes Orchester, bei der kurz vorm
martialischen Schluss sogar der Gesang einer Nachtigall aus dem Lautsprecher
klingt. Am Ende Jubel und heftiges Fernweh nach dem Süden.
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