Bei dieser Mahler-Sinfonie gelang das hervorragend. Im ersten Satz zeugten flexible Tempi, jähe Ausbrüche und passgenaue Übergänge von der musikalischen Vertrautheit aller Beteiligten. Nach dem wunderbar fragilen Beginn des Andante erblühte das Orchester dann in voller Klangpracht, bevor man sich im letzten Satz der schwedischen Sopranistin Miah Persson unterordnete. Deren Stimme entwickelt sich im Mezzo samtig und fädelt in der Höhe Koloraturperlen auf, hat aber mitunter Mühe, beide Register bruchlos zu verbinden.
Den Gegenpol zu Mahlers Vierter bildeten die "Couleurs de la cité céleste" von Olivier Messiaen. Grellen Xylofon- und Klavierphrasen (Solist: Cédric Tiberghien) stehen schwebende Blechbläserchoräle gegenüber; detailliert arbeitete Simone Young die Vogelimitationen und obertonreichen Klangfarben heraus

