Schon die schmissige Shakespeare-Ouvertüre von Kuhlau klang ganz frisch und keine Spur sonntagsmüde; im anschließenden Grieg-Klavierkonzert erwiesen sich Schønwandt und Orchester als anschmiegsame Begleiter und aufmerksame Dialogpartner von Elisabeth Leonskaja: Eine erzmusikalische Pianistin, die die nordlichtfarbenen Melodien des Stücks warm zum Leuchten bringt, ohne je in Postkartenkitsch abzugleiten. Toll.
Schließlich ein Brocken der Spät(est)romantik: Schönbergs düstere Tondichtung "Pelleas und Melisande" wirkt so dicht und durchchromantisiert, als hätte man Wagners Tristan mit sich selbst multipliziert. Auch hier behielt Schønwandt souverän den Überblick. Auf seine Meistersinger an der Staatsoper darf man gespannt sein.

