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Ein ungewöhnliches Konzertformat haben die Philharmoniker Hamburg zur Eröffnung der neuen Saison erprobt. Zur Freude seiner großen hanseatischen Fangemeinde wurde Gustav Mahler ein "Mahler-Projekt" gewidmet, bei dem es neben Ausschnitten aus Briefen einzelne Sätze aus Mahlers Symphonien und eine Bearbeitung seiner Rückert-Lieder zu hören gab.
Die Briefe von Mahler, Bruno Walter, seiner Frau Alma und seiner Vertrauten Natalie Bauer-Lechner wurden von Armin Mueller-Stahl gelesen. Der war einer Kehlkopfentzündung wegen zwar hörbar schlecht bei Stimme, aber doch Profi genug, um auch heiser einen besinnlich-weihevollen Ton zu treffen. Mit dem ersten Satz der Ersten, dem Fisch-Predigt-Scherzo der Zweiten und dem Adagietto der Fünften Symphonie standen die üblichen Best-of-Mahler auf dem Programm. Eine Überraschung war die Bearbeitung der Rückert-Lieder für Solo-Violine und Orchester. Die Geigerin Sarah Spitzer machte ihre Sache zwar tadellos, aber warum man statt ihrer die Lieder nicht einfach im Original von einer Sängerin hat singen lassen, blieb ein Rätsel. Um neue Dimensionen des Hörens zu eröffnen, war die als Auftragswerk und Uraufführung ausgewiesene behutsame Uminstrumentierung von Andreas N. Tarkmann jedenfalls viel zu unselbstständig. Weggeblasen wurden alle diese Bedenken schließlich von der Dauerekstase im Finale von Mahlers Sechster. Hier kamen nun auch die Philharmoniker Hamburg und ihr Gastdirigent Philippe Auguin in Fahrt. "Nicht die Asche verehren, sondern das Feuer weitertragen", war Mahlers Wahlspruch. Zum Abschluss schlugen zumindest Auguin und die Philharmoniker mit der geforderten "rohen Kraft" und einem feinen Sinn für die extravaganten Klangkombinationen dieses Satzes einige Funken.
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