Pressestimmen
31.März.2008 - Hamburger Abendblatt
Die Philharmoniker mit Simone Young: Lyrischer Schumann, straffer Brahms
Fies pfeifen die Flöten. Kräftig knarzt das Blech. Nur ab und an schimmert ein vertrautes Thema durch: Aribert Reimanns "Sieben Fragmente für Orchester" aus dem Jahr 1988 sind eine kratzbürstig-konzise Hommage an den späten Robert Schumann.
Ein herber Auftakt zum gestrigen Konzert in der Laeiszhalle, bei dem Simone Young und ihre Philharmoniker Hamburg die Musik der Romantik aus ganz unterschiedlichen Perspektiven beleuchteten.
In Schumanns Cellokonzert standen vor allem die innig-zarten Facetten im Mittelpunkt. Denn mit Daniel Müller-Schott saß ein Solist auf dem Podium, der über eine berückend reine und weich-warme Klanggebung verfügt - schade, dass man nicht in Cellotönen baden kann! (...) Vollkommen gegensätzlich dann der Blick auf die Zweite von Johannes Brahms, seine sonnigste Sinfonie: Anstatt hier in lyrischem Überschwang zu schwelgen, trieb Simone Young ihre Philharmoniker zu einer eher straffen, selbst in melodieseligen Passagen stets vorandrängenden Darbietung: Als wolle sie das Klischee von der entspannten "Urlaubs-Sinfonie" mit energischem Zugriff wegdirigieren. So entstand eine markante, dramatisch geschärfte Aufführung, die im Finale eine beinahe ekstatische Zuspitzung erlebte (...).